Seit 32 Jahren verleiht Firmengründer Herbert Küppers Ideen und Augenblicken einen einprägsamen Rahmen. Sein Werkladen gehört zu den renommiertesten Unternehmen in der Rahmenbranche. Neben diversen Preisen gewann das Fachgeschäft am Eifelwall auch die Aufmerksamkeit zahlreicher Ausstellungsstätten
Die Arbeiten aus dem Werkladen kleiden heute Exponate in Kölner Museen und Galerien. Darüber hinaus ist die Kunstfertigkeit des Sülzer Teams im Bonner Haus der Geschichte zu sehen. In einer Dauerausstellung wird dort die jüngere deutsche Geschichte beleuchtet und mit den Rahmen aus Köln veredelt. Seit 1984 gehören Herbert Küppers Zwillingsbruder Christoph und Mitgesellschafterin Heidrun Rollert zum festen Kern des Unternehmens, das mittlerweile 30 Mitarbeiter zählt.
Ursprünglich aus einer alternativen Ökonomiebewegung hervorgegangen, gründete Herbert Küppers im Jahr 1979 den heute bundesweit größten Einrahmungsbetrieb. Zu einem erfolgreichen Geschäftsduo gehört nicht selten eine ausgleichende dritte Kraft. Bei der Bild & Rahmen Werkladen GmbH nimmt diese Rolle neben den Zwillingsbrüdern Herbert und Christoph Küppers die langjährige Mitgesellschafterin Heidrun Rollert ein. Beim Besuch in der renommierten Einrichtung am Eifelwall gewährt das Trio einen Einblick in Arbeit, Privatleben und die Kunst, die Kunst umrahmt.
„Dass Köln in der Kunstszene so weit nach vorne schießen würde, konnte damals natürlich keiner wissen“, sagt der Unternehmer, der Investitionen nie scheute. Nach wie vor setzt der Firmengründer auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung, beispielsweise mit dem Aufbau eines kundenfreundlichen Onlineservices. „Die Verantwortlichkeiten sind bei uns unterschiedlich“, sagt Christoph Küppers. Er lässt seine Stärken vornehmlich in die Bereiche Grafik und Kunst einfließen. Nach einer unzufriedenen Situation als ausgebildeter Lehrer für die Fächer Betriebswirtschaft und Geschichte sowie einer behördlichen Anstellung nahm er fünf Jahre nach der Gründung das Arbeitsangebot seines Bruders an.
„Die beiden ergänzen sich vor allem wegen ihrer Vertrautheit und der Verschiedenartigkeit ihrer Wesen sehr gut“, erklärt Heidrun Rollert, die den Bereich Galerien und Museen im Hause abdeckt. „Herbert ist innovativ, geht nach vorne und sprüht vor Ideen. Christoph stellt ein gutes Regulativ dar. Er ist eher konservativ und bremst schon mal die Geschwindigkeit seines Bruders. Beides ist für die Firma sehr förderlich“, beschreibt Heidrun Rollert die Geschwister. Der Frage, ob man sich als Brüderpaar denn besser streiten und wieder versöhnen könne als nicht verwandte Geschäftspartner, begegnen Christoph und Herbert Küppers mit Nüchternheit. „Die Vorstellung einer reinen Harmonie ist ein Klischee, ebenso die der verstärkten Disharmonie. Unsere Verwandtschaft hat beruflich gesehen Vor- und Nachteile“, erklärt der Unternehmensgründer. Einerseits helfe die Vertrautheit, andererseits stelle die Vermischung von Geschäftlichem und Privatem eine Gefahr dar“, so Herbert Küppers.
„Natürlich gibt es immer mal wieder einen Streit, aber man weiß, dass trotz verschiedener Ansichten eine Lösung erfolgen wird“, sieht Christoph Küppers die Vorteile in der familiären Konstellation. Grundsätzlich seien der Einsatz und die Identifi kation in einem Familienbetrieb ein großes Plus. Neben der Zusammenarbeit mit dem Bonner Haus der Geschichte können sich die Geschäftsführer des Werkladens auch eine zukünftige Kooperation mit dem neuen Stadtarchiv vorstellen, das unweit vom eigenen Geschäft erbaut werden soll. „Persönlich bedaure ich den Verlust eines Stücks Natur; in Bezug auf unser Handwerk ist der Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft ein Joker, da dort auch Kunstausstellungen organisiert werden“, wägt Herbert Küppers Vor- und Nachteile des Großbaus ab. Bis zu dessen Realisation sieht sich der Geschäftsmann aber bereits im Ruhestand: „Ich bin jetzt 62. Da hat man noch ein paar andere Sachen im Kopf.“
Uns verriet Herbert Küppers, dass er an der Niederschrift gleich mehrerer Romane arbeite. „Für das Unternehmen gibt es genügend Abnehmer, da mache ich mir keine Sorgen“, gibt er sich gelassen. Auch sein Bruder denkt an einen Rückzug aus der Branche innerhalb der nächsten „fünf bis sieben Jahre“ nach. Bis dahin bleiben die Künstler, die die Kunst verzieren, dem Veedel erhalten. „Das Leben fühlt sich hier gut an. Ich schätze den persönlichen Kontakt zu den Menschen, etwa beim Einkauf entlang der Berrenrather Straße. Das sind schöne Rahmenbedingungen“, lächelt Herbert Küppers.
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